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Oskars Kleid (2022)

Aus Matrix of Time
Metadaten
Spielfilm  •  2022  •  102 Minuten  •  FSK: 6
L-E-R  •  Transidentität bei Kindern, Geschlechterrollen, Akzeptanz und Toleranz in der Familie, Identitätsfindung  •  Weiterführende Informationen
Einige Szenen zeigen Mobbing und emotionalen Druck auf Lili; eine Szene deutet Suizidgedanken an („einfach verschwinden, um niemandem mehr Probleme zu bereiten"). Nachbereitungsgespräch einplanen, insbesondere wenn Schüler:innen selbst betroffen sein könnten.

Beschreibung

Der geschiedene Polizist Ben bekommt seine Kinder Oskar und Erna für einige Wochen zu sich. Er erfährt, dass Oskar sich als Mädchen identifiziert und Lili genannt werden möchte. Während die Mutter und die Schule dies bereits akzeptiert haben, ringt Ben – geprägt von traditionellen Geschlechtervorstellungen – mit dieser Realität. Der Film erzählt seine Entwicklung hin zu einem verständnisvollen Vater. Regie: Hüseyin Tabak, Drehbuch: Florian David Fitz.

Fragestellungen

Empfehlung: Bewusst einzusetzen als niedrigschwelliger Einstieg in das Thema Transidentität bei skeptischen oder vorurteilsbehafteten Lerngruppen. Der Fokus auf die Vaterperspektive ist hier didaktischer Vorteil: SuS mit ähnlichen Vorbehalten können sich leichter mit Ben identifizieren und seinen Entwicklungsprozess nachvollziehen. Ergänzend eignen sich Filme wie Tomboy (2011) oder Weil ich Leo bin (2021), die stärker die Perspektive des trans Kindes einnehmen.
Begriffe wie Transidentität, Deadnaming und Genderdysphorie sollten vorab geklärt werden. Kritisch zu beachten: Der Film erzählt die Geschichte primär aus der Perspektive des Vaters; Lili bleibt als Figur vergleichsweise flach. Der Filmtitel selbst verwendet Deadnaming – das kann und sollte im Unterricht aufgegriffen werden. Der Film eignet sich besonders als Abschlussmodul nach einer Einheit zu Sexualität & Diversität, gezielt in Lerngruppen mit ausgeprägter Homo- oder Transphobie. Die Leitfrage „Was wäre, wenn Lili dein Familienmitglied wäre?" aktiviert Perspektivwechsel und Empathie, ohne Schüler:innen direkt zu konfrontieren – erfahrungsgemäß setzt bei der Mehrheit ein Umdenken ein.
  1. Was bedeutet Transidentität, und wie unterscheidet sie sich von Geschlechterollen?
  2. Wie gehen verschiedene Familienmitglieder mit Lilis Identität um – und warum so unterschiedlich?
  3. Was braucht ein Mensch, um seine Identität leben zu können?
  4. Welche Rolle spielen gesellschaftliche Normen und Vorurteile?

Trailer

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