2026-04-10 Die Stabkirchen Norwegens
Die Stabkirchen Norwegens – Holz das Jahrhunderte überlebt
Eine Bauform stirbt fast aus
Im Mittelalter prägten Hunderte von Stabkirchen die norwegische Landschaft. Mit der Reformation und dem Bevölkerungswachstum wurden die meisten abgerissen oder durch größere Steinkirchen ersetzt. Von einst schätzungsweise 1300 Stabkirchen stehen heute noch 28 – jede ein Unikat.
Borgund: die bekannteste Stabkirche
Die Stabkirche von Borgund im Lærdal gilt als besterhaltenes Beispiel ihrer Art. Um 1150 erbaut, besitzt sie die charakteristischen Merkmale: gestapelte Holzrahmen (stav = Stab), geschwungene Dächer mit Drachenkopf-Verzierungen und ein komplexes System aus Schwellen, Wandplatten und Sparren – ganz ohne Nägel zusammengefügt.
Handwerk ohne Metall
Das Erstaunlichste an diesen Bauten ist ihre Konstruktion. Die Zimmerleute des 12. Jahrhunderts schufen statisch ausgefeilte Konstruktionen allein mit Holzverbindungen. Das Holz wurde mit Teer aus Kiefernharz konserviert – ein Verfahren, das die Kirchen bis heute schützt.
UNESCO und die Zukunft
Die Stabkirche von Urnes steht seit 1979 auf der UNESCO-Welterbeliste. Norwegische Behörden und Stiftungen investieren erheblich in die Erhaltung der verbliebenen Kirchen. Einige sind noch immer für Gottesdienste geöffnet – die ältesten aktiven Holzkirchen der Welt.